Poems
Poems, geflochten aus dem Stoff des Lebens, erzählen von Freude, Schmerz, von Gedichten, die das Herz berühren. In Versen, die fliessen und brechen, finden wir uns, im Schatten eines Hirnschlags, wieder – im Licht der Worte neu geboren.
Einschnitt eines Hirnschlags

Gebettet in Schweigen,
ein Gewitter, unerwartet, im Verborgenen gärt.
Metall auf Stein – ein Funke,
das Echo eines Schlages, tief in der Materie versteckt.
Eine Landschaft, gestern noch bekannt,
verzerrt sich, bricht –
die Linien verschwimmen,
Struktur entgleitet, ungreifbar wie Sand.
Zwischen den Platten, ein Riss,
ein Bruch durch das Gewebe des Seins.
Was fest stand, nun flüchtig,
ein Gedanke verliert sich im Raum.
Kein Muster bleibt unberührt,
jede Textur, jede Form neu definiert.
Im Chaos findet sich Ordnung,
doch nicht wie bekannt, nicht wie ersehnt.
Die Stille spricht,
in jedem Stein, jedem Metallstück eine Botschaft.
So auch im Hirnschlag eine Sprache,
verborgen, zu entziffern nur mit Zeit.
Schritt für Schritt,
Platte an Platte, Wort an Wort,
baut sich die Brücke zurück,
ein Pfad durch das veränderte Land.
Ein Werk, das bleibt,
ein Zeugnis der Zerbrechlichkeit,
der Stärke im Wiederaufbau,
ein Denkmal der menschlichen Erfahrung.
Durch die Präzision der Worte und die Klarheit der Vision, versucht dieses Poem, den tiefen Einschnitt eines Hirnschlags und die daraus folgende Reise der Rekonstruktion und des Verständnisses einzufangen.
Thomas Matti
Inspiriert durch Carl Andre
Unzerstörbare Hoffnung

Ich wachte auf, ein Riss im Kopf,
ein Donnerschlag in stummer Nacht.
„Ein Hirnschlag“, flüsterten sie,
als ob der Tod bei Tageslicht
sich in mein Gehirn geschlichen hätte.
Ich lebte schnell, liebte hart,
mein Körper eine Leinwand, bemalt mit den Farben des Lebens.
Doch in diesem Moment, als meine Welt kippte,
fand ich mich gefangen in einer Landschaft,
die ich nicht zu malen gewagt hätte.
Das Leben, ein Strom, wurde zu einem tröpfelnden Rinnsal,
meine Worte, einst scharf, nun verloren im Nebel.
„Rehabilitation“, sagten sie, ein Wort so steril,
doch meine Seele schrie nach Farbe, nach Leben.
Meine Gedanken, ein Wirbelwind,
gefangen in einem Körper, der mich verrät.
Jede Bewegung, ein Gedicht, das neu geschrieben werden muss,
jeder Schritt, ein Versuch, den Rhythmus wiederzufinden.
Und doch, in der Stille dieses Kampfes,
entdeckte ich eine neue Poesie –
die Schönheit einer langsamen Blume,
die Entschlossenheit eines Herzens, das sich weigert, stillzustehen.
Ich bin nicht mein Hirnschlag, ich bin das Feuer, das immer noch brennt.
In jedem Atemzug, ein Manifest,
ein Schrei gegen die Dunkelheit,
ein Liebesbrief an das Leben, das sich nicht beugen lässt.
Mit einer poetischen Rebellion und einem unerschütterlichen Glauben an die transformative Kraft der Kunst, erkundet dieses Poem die innere Landschaft nach einem Hirnschlag, die Herausforderung der Heilung und die unzerstörbare Hoffnung, die in der menschlichen Seele widerhallt.
Thomas Matti
Inspiriert durch John Giorno